Nachhaltige, ökologische und umweltfreundliche
Tipps für den Alltag


(Stand: März 2017)

Bank Klein Flottbek 2


HINWEIS: Grundlage der folgenden Hinweise ist zum Teil das Buch „Kosmos Klima Knigge, Umwelt schonen, Geld sparen, von Klaus Zintz“ (c) Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart” entnommen.
 

0. Allgemein

1. Versuche so verpackungsfrei wie möglich zu leben! Vor allen Dingen verzichte auf Plastik!

2. Kaufe nur Dinge, die man wirklich braucht! Vieles kauft man nur aus einer emotionalen Laune und bereut es dann hinterher wieder.

3. Kaufe nachhaltig, ökologisch und sozial verträglich produzierte Artikel!

4. Kaufe möglichst regional und saisonal!

5. Gehe mit den Ressourcen und der Energie sparsam und achtsam um!

6. Kaufe qualitativ gute  Artikel! Diese sind teurer, halten aber länger. Gehe achtsam mit den Dingen um. Wenn ein Gebrauchsgegenstand kaputt ist, versuche ihn zu reparieren (selbst oder durch einen Fachmann). Es gibt in einigen Städten bereits “Repair - Läden”, dort kann man für ein kleines Geld seine Sachen reapieren lassen.


1. Strom sparen / Elektrische Haushaltsgeräte

1a. Elektrische Geräte allgemein
Elektrische ganz ausschalten, wenn man sie nicht benutzt, Stand-by Modus reicht nicht, weil dieser Modus auch Strom verbraucht.
Manchmal muss man sogar ganz den Stecker ziehen, weil einige Geräte auch abgeschaltet noch Strom verbrauchen. Für Nachts kann meine Zeitaltschuhr installieren oder sich eine Mehrfachsteckdose mit An- und Ausschalter besorgen.
Vermeide angeschaltete elektrische Geräte in der Nähe des Schlafbereiches!
 

1b. Kühlschrank
• alte Kühlschränke verbrauchen zu viel Strom. Daher ist es langfristig effektiver, wenn man sich einen stromsparenden Kühlschrank kauft = am besten Klasse A +++
• 7 Grad Kühlung in Kühlschrank reichen vollkommen aus

• regelmäßiges Abtauen hilft auch Strom sparen

• die Zimmertemperatur an der Stelle, wo der Kühlschrank steht, sollte nicht 20 Grad übersteigen, ideal wären 18 Grad. Jeder Grad mehr führt zu mehr Stromverbrauch des Kühlschranks.

1c. Waschmaschine
• wenn man eine alte Waschmaschine hat, die stromfressend ist, würde sich die Anschaffung einer neuen energiesparenden und wasserarmen Waschmaschine langfristig lohnen. 6 oder 7 Kg Kilo Trommeln sind sparsamer als 5 Kilo Trommeln, inzwischen gibt es schon Waschmaschinen für 8 Kg Wäsche.

• aber mit einer alten Waschmaschine kann man auch sparen. Wasser- und Stromsparende Waschprogramme verwenden. Die Wäsche ohne Vorwäsche bei 40 Grad waschen, dies reicht vollkommen. Es würde sogar reichen mit 30 Grad zu waschen, weil die heutigen Waschmittel so konzipiert sind, dass sie teilweise schon bei 20 Grad die Wäsche reinigen. Die Sauberkeit hängt von der Güte der Waschmittel ab und nicht von der Höhe der Temperatur

• Weichspüler belasten die Gewässer enorm, deswegen sollte man auf sie verzichtet werden. Weiche Wäsche bekommt man z.B., wenn man sie im Sommer draußen an der frischen Luft trocknet, dann riecht sie auch gut und wird weich.

• auf Wäschetrockner verzichten. Stattdessen auf hoher Stufe Schleudern und dann auf der Wäscheleine trocknen, das reicht vollkommen.

• ökologisches Waschmittel hilft die Umwelt zu schonen. Diese umweltfreundlichen Waschmittel gibt es z.T. schon sehr preiswert.

1d. Spülmaschine
Hier sollte man sich eine wassersparende und stromsparende Spülmaschine besorgen. Ansonsten kann man auch kleine Mengen Geschirr mit der Hand abwaschen.

1e. Herd/ Wasserkocher
• ein Wasserkocher ist energiesparender als das Wasser im Topf auf dem Herd zu erwärmen

• der energiesparsamste Herd ist ein Induktionsherd. Ein Induktionsherd mit zwei Kochfeldern gibt es schon sehr günstig. Ein Ceranfeld-Herd ist sparsamer als die alten Gas oder Metallplatten.

• beim Kochen immer den Deckel auf den Topf tun. Dampf- oder Schnellkochtopf ist preiswerter und schonender.

• ein Backofen mit automatischer selbsttätiger Reinigung verbraucht unnötig viel Energie. Besser ist, regelmäßig ihn selbst zu säubern. Den Backofen nur nutzen, wenn man ihn wirklich braucht. Für das Aufwärmen von ein paar Brötchen wäre es Energieverschwendung. Für Singles lohnt sich die Anschaffung eines Minibackoffen.

• Umluft im Backofen ist wegen der niedrigen Betriebstemperatur effizienter als mit Ober und Unterhitze zu arbeiten. Langes Vorheizen oder Warmhalten im Backofen verbraucht unnötig Strom und ist nicht nötig


2. IT-Bereich (Handys, PC, Drucker, Bildschirme etc.)

2a. Allgemein: während es in anderen Bereichen (wie z.B. Kleidung) schon umweltfreundliche, faire und nachhaltige Produkte gibt, gibt es im IT Bereich kaum ernstzunehmende Alternativen. Es verschreiben sich zwar immer mehr Firmen und Hersteller von IT Produkten dem sog. “Codes of Conduct”, eine Art Verhaltenskodex, der z.B. Kinderarbeit ausschließt, Mindestlöhne garantieren soll und Arbeitszeiten begrenzt. Aber hierbei handelt es sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung, die in der Praxis kaum kontrolliert und auch nicht entschieden genug umgesetzt wird.

Greenpeace veröffentlicht regelmäßig einen “Führer für grüne Elektronic”. In diesem Führer wird die IT-Branche auf die Bereiche Energie und Klima, grünere Produkte und nachhaltiges Wirtschaften untersucht. Dabei werden vor allem Ausrichtungen, Maßnahmen und Strategien der Unternehmen beurteilt.

2b. Drucker: es gibt leider noch keine Drucker, die nachhaltig und fair hergestellt worden sind. Aber es gibt Drucker, die sparsamer im Patronen und Stromverbrauch sind. Z.B. durch die „Eco-Funktion“. Auch bei den Druckern gilt wie bei anderen elektronischen Geräten: man sollte sich qualitativ hochwertige Geräte kaufen, sie lange verwenden und hinterher zum recyceln bringen.

Es gibt eine europäische Kampagne namens “Aktion-fair-it” - welche sich für faire, umweltfreundliche und nachhaltige produzierte IT Produkte einsetzt.


3. Glühbirnen bzw. Energiesparlampen

• es gibt heute schon sehr helle und preiswerte Energiesparlampen. Der Energieverbrauch ist teilweise bis zu 80% weniger als herkömmliche Glühbirnen. Leider sind die Energiesparlampen noch nicht so ausgereift. Z.B. finde ich es nicht so gut, dass in den Energiesparglühbirnen Quecksilber verwendet wird.

• LED Leuchten sind ohne Quecksilber und auch sehr sparsam im Verbrauch. Allerdings sind LED Glühbirnen teurer und das oft grelle Licht ist gewöhnungsbedürftig. Aber es gibt inzwischen auch schon LED Birnen die  ein warmes Licht ausstrahlen.

• man sollte nicht in jedem Zimmer das Licht brennen lassen, sondern nur da, wo man es braucht. Man kann auch Lichtschalter einbauen, wo man die Lichtintensität reduzieren (durch Dimmer) kann


4. Heizung

Durch die Temperaturregelung der Heizung im Winter kann man eine Menge Energie im Herbst und Winter sparen. Folgende Werte sind ideal:

Wohnzimmer: Tagsüber = 20-21 Grad Nachts = 18 Grad
Küche: Tagsüber = 18 Grad - Nachts = 14-16 Grad
Bad: Tagsüber = 20 Grad Nachts = 14-16 Grad
Schlafzimmer: Tagsüber = 18 Grad Nachts = 14 Grad

4a. Lüften

Man vermeidet unnötige Heizkosten, indem man die Fenster nicht mehr in Kippstellung öffnet, sondern 2-3 am Tag bei weit offenen Fenstern stoß lüftet!

5. Mobilität/ Auto etc.

• Natürlich kann man in der heutigen Zeit nicht ganz ohne Auto auskommen. Aber dann sollte man es wirklich nur nutzen, wenn man es unbedingt braucht und ansonsten umweltschonende Fortbewegungsmittel wählen, wie z.B. öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Fahren Sie lieber mit der Bahn in den Urlaub, anstatt mit dem Flugzeug zu fliegen, denn es erzeugt um ein vielfaches mehr an Emissionen.

• Wenn man schon unbedingt ein Auto braucht, sollte man zumindest ein umweltfreundliches und kleines Auto mit geringem Verbrauch kaufen. Wenn man aber selten ein Auto braucht, kann man sich auch mit mehreren Personen ein Auto zusammen kaufen und sich die Kosten teilen. Auch gibt es in jeder größeren Stadt Leihautos (Car-Sharing) die man sich für ein geringes Geld ausleihen kann (nicht zu verwechseln mit dem konventionellen Autoverleih).

• wer keine sehr weiten Fahrten hat, könnte sich auch ein Elektroauto kaufen. Diese werden zunehmend erschwinglicher und die Möglichkeit Ladestationen in seiner Nähe zu finden, nimmt zu

• Man kann auch mit seinem Auto Fahrgemeinschaften bilden oder sich einer anderen Fahrgemeinschaft anschließen, und dann z.B. gemeinsam zur Arbeit fahren oder ähnliches. Wenn man ohne eigenes Auto verreisen will, gibt es im Internet Anbieter, die Kontakte mit Privatpersonen vermitteln, die das gleiche Reiseziel haben und einen für ein geringes Geld mitnehmen.


6. Papier

In kaum einem Rohstoffsektor ist die Nachfrage in den letzten Jahrzehnten so gravierend gestiegen wie im Papierbereich. Der Papierkonsum der deutschen Verbraucher hat sich in den letzten 40 Jahren verdoppelt. von 120 Kilo auf 240 Kilo pro Kopf, der weltweite Durchschnittswert liegt bei ca. 55 kg. Deutschland liegt somit im internationalen Verbrauch auf dem 4. Platz und nutzt mehr Papier als Afrika und Südamerika zusammen.

“Die Papier- und Zellstoffproduktion” ist bereits heute für knapp die Hälfte der weltweiten Holzernte für industrielle Zwecke verantwortlich – Tendenz steigend. Die ökologischen und auch die sozialen Konsequenzen der Zellstoffgewinnung sind massiv: Verlust an Fauna und Flora, ja kompletter Waldökosysteme durch Holzeinschlag oder Waldumwandlung in extrem artenarme Zellstoff-Monokulturen, Auslaugung von Böden und Beschleunigung der Erosion, massive Klimaveränderungen. Die Aufarbeitung des Papierrohstoffes Holz zu Zellstoff ist vielerorts gekennzeichnet durch enormen Wasserverbrauch, Kontaminierung von Trinkwasser durch Chemiegifte, erhebliche gesundheitliche Konsequenzen für Anrainer von Zellstoffwerken, Verlust von Arbeitsplätzen und fehlende Erwerbsalternativen für bislang traditionell wirtschaftende lokale Gemeinschaften. Landrechtskonflikte und Zwangsumsiedlungen sind weitere Folgen. All dies geschieht nicht bei uns, sondern dort, wo die Zellstoffindustrie mangels gesetzlicher Regulierung ungezügelt agieren und damit besonders kostengünstig produzieren kann – beispielsweise in Lateinamerika, Südostasien oder Südafrika” (Zitat von der Webseite www.papierwende.de - ein Zusammenschluss von Umwelt- und Verbraucherverbänden, die sich für den Erhalt und nachhaltigen Verbrauch der Ressourcen Holz einsetzen).
Trotz der Zunahme der digitalen Medien (Internet, Email) wird weiterhin verschwenderisch Papier ausgedruckt und kopiert. Durch den Internethandel nimmt der Verbrauch an Verpackung (Pappe) immens zu. Obwohl die Misere hinlänglich bekannt ist, geht der Verkauf von Recycling Papier zurück.

Was kann man tun?

- Es ist sehr hilfreich für die Ressourcen und die Umwelt, wenn man Recyclingpapier verwendet, denn für die Produktion wird wesentlich weniger Wasser und Zusatzstoffe (z.B. Bleichmittel) benötigt als für herkömmliches Papier. Inzwischen gibt es sogar schon weißes Recyclingpapier, das dem herkömmlichen weißen Papier sehr nahe kommt (aber das Weiß erreicht man auch hier nur mit dem Bleichverfahren). Daher ist das leicht grau gefärbte Recyclingpapier das umweltfreundlichste Papier. Gutes Recyclingpapier kann man z.B. an dem Gütesiegel der “Blaue Engel” erkennen.
- Inzwischen gibt es für jedes Produkt, dass aus Papier besteht auch eine alternative Recycling Variante, z.B. Recycling Toilettenpapier, Taschentücher etc.
- Insgesamt sparsamer mit dem Papier umgehen. Möglichst genau überlegen, ob man etwas ausdruckt oder kopieren muss (man kann auch beide Seiten eines Papiers bedrucken, beschreiben oder kopieren). I.d.R. kann man die meisten Unterlagen im PC ablegen und dort auch lesen.


7. Plastik - Müll

“Von insgesamt 13 Millionen Tonnen Plastik-Müll landen in Deutschland nur 2,6 Tonnen im gelben Sack. Und davon wird weniger als 1 Tonne recycelt also zu neuen Kunststoff verarbeitet. Nur 36 % muss das duale System recyceln, so das Gesetz. Der meiste Plastikmüll landet in der Verbrennungsanlage und wird nicht verwertet” (Quelle: Alexander Neubach, Öko Fimmel, Wie wir versuchen die Welt zu retten - und was wir damit anrichten, Spiegel Buchverlag). Die Verbrennung belastet natürlich die Umwelt mit Schadstoffen.
Aber noch besorgniserregender ist die zunehmende Verschmutzung der Meere durch Plastik. “Kaum eine Bedrohung der Meere ist heute so sichtbar wie die Belastung durch Plastikabfälle. In knapp 100 Jahren hat das anfänglich vielgelobte Material unseren blauen Planeten unwiederbringlich verändert. Wurden in den 1950er Jahren knapp 1,5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert sind es heute fast 300 Millionen Tonnen. Und ein viel zu großer Teil davon landet im Meer. Etwa 75 Prozent der bis zu 10 Millionen Tonnen Müll, die jährlich in die Meere gespült werden, besteht aus Kunststoff. Nach Angaben des Umweltprogramms der vereinten Nationen (UNEP) treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Doch was wir sehen ist nur die Spitze des Eisbergs, mehr als 70 Prozent der Abfälle sinken auf den Meeresboden und bleiben unserem Auge verborgen. Plastik ist im Meer nahezu unvergänglich, nur langsam zersetzt es sich durch Salzwasser und Sonne und gibt nach und nach kleinere Bruchstücke an die Umgebung ab.
Die Überbleibsel unserer Wegwerfgesellschaft kosten jedes Jahr bis zu 100.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel das Leben. Die Tiere verhungern mit vollen Mägen, da Plastik den Verdauungsapparat verstopft, Wale und Delfine, aber auch Schildkröten, verfangen sich in alten Fischernetzen, ertrinken oder erleiden schwere Verletzungen bei Befreiungsversuchen. Ein besonderes Phänomen sind die sogenannten Müllstrudel. Hydrographische Wirbel sammeln hier gigantische Müllteppiche an. Der wohl bekannteste ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik. Er hat inzwischen die Größe Mitteleuropas erreicht” (Quelle: NABU)

Wie sind die Ursachen von Plastik im Meer?

- Die Schiffe entsorgen, obwohl es verboten ist, ihren Plastikmüll auf dem Meer. Es gibt zwar Möglichkeiten, den Müll im Hafen zu entsorgen, aber es den Reedereien oft zu teuer, so entsorgen sie es einfach unterwegs. Dies zu kontrollieren ist schier unmöglich. Dieses Plastik zersetzt sich langfristig und kleine Plastikteile, insbesondere Mikrokleine Teile landen in den Mägen von Meerestieren, weil sie  mit Nahrung verwechselt werden. So landet am Ende der Nahrungskette Plastik auf unseren Tellern.

- Die Fischerboote entsorgen ihre Fischernetze oder Reste davon, die heute auch alle aus Kunststoff bestehen, auf dem Meer. In diesen Netzen verfangen sich Meesersäugetiere und Fische und sterben grausam.

- Die Kleidung und andere Textilien bestehen heute zunehmend aus Kunststoff und Microfasern. Wenn diese in der Waschmaschine gewaschen werden, gelangen kleinste Fasern ins Meer, weil sie von den Kläranlagen nicht erfasst werden.

- Nähere Info erhält man auf der Webseite: http://plastikmeer.plasticontrol.de/

Was kann man nun konkret zur Plastikvermeidung im Alltag tun?

- Zero-Waste: Da deutlich geworden ist, dass das Recycling System das Plastikmüll-Problem nicht nachhaltig lösen kann, hat sich in den letzten Jahren besonders in den Industrieländern eine “No-Waste” bzw. “Zero-Waste” (Kein Müll) Bewegung gebildet. Hierbei handelt es sich um den Versuch, ganz auf Plastik-Verpackung zu verzichten. Inzwischen kann man schon in einigen Großstädten spezielle Läden finden, die Lebensmittel und andere Produkte des Lebens ohne Verpackung anbieten (z.B. im Hamburg den Laden “Stückgut”). Im Internet findet man unter dem Begriff “Zerowaste”  zahlreiche anschauliche und kreative Lösungen für den Alltag, um Plastik zu vermeiden. Auf der Webseite www.naturefund.de erhält man viele wertvolle Tipps für Alternativen zu Plastik im Alltag.


8. Lebensmittel

Ca. 40 % der Lebensmittel in Europa und den reichen Industrieländer werden weggeschmissen!!!! Dabei ist davon ein Großteil eigentlich noch essbar. Von den Lebensmitteln, die in Europa und anderen reichen Industrieländern weggeschmissen werden, könnte man den Hunger der hungernden Bevölkerung weltweit stillen!
Lebensmittelabfälle dürfen in der EU aber immer weniger verwertet werden. So dürfen sie z.B. nicht mehr an Tiere verfüttert werden. Was wiederum dazu führt, dass mehr Getreide für Viehfutter angebaut werden muss. Lebensmittelabfälle die auf den Müllbergen verfaulen sind umweltschädlicher als die Verrottung der Verpackungen, da sie hohe Mengen umweltschädliches Methangas produzieren, was wiederum schädlicher als CO2 ist.
Ein anderes Thema ist die Qualität der konventionellen Lebensmittel. Da die Menschen immer mehr behandelte Lebensmittel mit Zusatzstoffen zu sich nehmen, erhalten sie auch immer weniger wirklich vitale Nährstoffe, mit den langfristigen negativen Folgen. Das viele Lebensmittel Pestizidrückstände und anderen chemischen Zusätze aufweisen ist auch hinlänglich bekannt. Genauso ist die konventionelle Fleischproduktion in den letzten Jahrzehnten durch zahlreiche Skandale (unwürdige Massentierhaltung, chemische Zusätze, falsche Deklarierung etc.) in den Verruf geraten, was aber den Verzehr von konventionell produzierten Fleisch kaum gesenkt hat.
Als Gegenbewegung zu dieser Entwicklung gibt es gerade in Deutschland (im Vergleich zu anderen europäischen Ländern) eine gerade in den letzten Jahren immer größer werdende Nachfrage nach biologischen Nahrungsmitteln, und seit vielen Jahren gibt es schon in jedem Supermarkt zahlreiche preiswerte Bio-Produkte. Aber der Prozentsatz an biologischen Nahrungsmitteln ist im Vergleich zu den konventionellen Nahrungsmitteln immer noch sehr gering (ca. 4-6% in Europa). Die zunehmende industrielle Massenproduktion von Bio Nahrungsmitteln macht die Produkte zwar billiger, weist aber inzwischen auch schon ähnliche negative Auswirkungen auf, wie es bei konventionellen Lebensmitteln der Fall ist: so werden immer mehr BIO Produkte in Plastik verpackt. Oder man findet zunehmend auch Plastikflaschen in den BIO-Märkten, was vor einigen Jahren noch ein absolutes NoGo war. Vor kurzem habe ich in einem BIO-Supermarkt ein paar Kekse in einer viel zu großen Plastik-Box verpackt gefunden.
Das nicht so hochwertige BIO Gemüse oder Obst im Supermarkt schmeckt teilweise schon genauso fade, wie das meiste konventionelle Gemüse, weil es einfach auf Grund der höheren Nachfrage zu schnell produziert wird. Einige hochwertige konventionell angebaute holländische Tomaten schmecken schon besser als so manche Bio-Tomate. Es gibt zwar das gute hochwertige Demeter oder Bioland Gemüse und Obst, nur kann man sich als Normalverdienender dies kaum leisten.

Was kann man nun konkret tun?

• Nur die Menge Lebensmittel kaufen, welche man auch tatsächlich essen kann und so nichts wegschmeißen muss. Wenn bei mir etwas überbleibt finde ich meist einen Nachbarn, der mir dies dann gern abnimmt.

• Lebensmittel möglichst aus dem ökologischen biologischen Anbau kaufen. Wie oben beschrieben, gibt es inzwischen gute und preiswerte BIO Produkte beim Discounter und dem BIO-Markt.

• Lebensmittel möglichst aus regionaler und saisonaler Produktion kaufen. Viele regionale Bauern bieten inzwischen - wenn auch nicht immer kontrolliert biologisch angebaut - hochwertiges Gemüse und Obst auf den Märkten an, weil sie auf schädliche Zusätze verzichten. Man verhindert so, dass das Gemüse und Obst durch lange LKW Fahrten die Luft verpestet und fördert die Bauern vor Ort. Besonders umweltbelastend ist es auch, wenn man im Winter unbedingt Erdbeeren oder exotische Früchte essen will.

• Man kann sich z.B. mit mehreren Freunden, Nachbarn etc. zu einer Gemeinschaft zusammen schließen und direkt bei einem BIO Bauern oder regionalen Bauern einkaufen, teilweise liefern sie es sogar an.

• Verpackung kann man auch vermeiden, wenn man das lose Gemüse und Obst - ohne Verpackung - direkt auf dem Markt oder im Gemüseladen kauft. Ansonsten nur in Papiertüten kaufen, die man übrigens auch mehrfach wieder verwenden kann.

• Fleisch aus biologischer und artgerechter Tierhaltung kaufen, dies gibt es teilweise auch schon preiswert in Supermärkten. Möglichst selten Fleisch essen. Es gab eine Zeit, wo man nur einmal die Wochen Fleisch gegessen hat. Man kann ja statt dessen auch nachhaltigen gefangenen Fisch essen, was sowieso gesünder ist.

• Darauf achten, wie und wo die Lebensmittel produziert werden. Z.B. sind Nordseekrabben bei einem Discounter billig, aber sie werden in einem anderen Land (z.B. Marokko) für einen Hungerlohn gepult. Es gibt teurere Krabben, die Vorort gepult werden (z.B. die „Büsumer Krabben“), die man dann mit guten Gewissen kaufen kann.
Bei einigen Discountern gibt es seit einiger Zeit hochwertigen “nachhaltigen” Tiefkühlfisch aus “Biologischer Aquakultur”.

• Wenn man sich frische Lebensmittel kauft und sie selbst zubereitet, ist dies viel preiswerter und man hat so die Kontrolle, was man wirklich Gutes zu sich nimmt.

• Nicht alles glauben was auf den Lebensmittelverpackungen drauf steht. Gerade durch Deklarierung und Verpackungsaufmachungen wird viel manipuliert. Hier lohnt es sich kritischer Hinzuschauen und sich event. fachkundigen Rat zu holen.


9. Trinkwasser

Grundwasser ist ein sehr wertvolles Gut und hat eine herausragende Bedeutung für die Trinkwasserversorgung und darüber hinaus wichtige ökologische Funktionen (z.B. Wälder und Pflanzen). Es wird in Deutschland Trinkwasser zu ca. 75% aus Grundwasser gewonnen. Dies Grundwasser stammt überwiegend aus Regenwasser und ist die Quelle vieler Gewässer (Flüsse, Bäche, Seen etc.). Es gibt somit zwar genug Grundwasser für alle Bewohner Deutschlands, aber es wird immer mehr verunreinigt, besonders durch die Industrie, den Verkehr und konventionelle Landwirtschaft (Chemie, Abgase, Pestizide etc.- z.B. wird für die Herstellung eines Autos ca. 400.000 Liter Wasser verbraucht). Da immer mehr Böden versiegelt werden und Aufgrund der Monokultur vermindern sich die Grundwasserflächen.
So habe ich mich besonders über die Entdeckung des Vereins
www.trinkwasserwald.de gefreut. Mit der Kampagne “Läubwälder - gemeinsam pflanzen” versucht er die Grundwassermenge in in deutschen Wäldern zu erhöhen (näheres erfährt man auf der Webseite).
Immer mehr Menschen trinken aus Angst vor verunreinigten Wasser und aus Gesundheitsgründen Mineralwasser. Das Mineralwasser aus dem Discounter, was sehr billig angeboten wird, stammt aber nicht selten aus Gebieten (armen Ländern) der Erde, die selbst unter Wassermangel leiden. Große Konzerne plündern dann die lebenswichtigen und wenigen Wasserquellen aus, so dass für die Bevölkerung vor Ort kaum noch etwas überbleibt und sie nicht selten ihr eigenes Trinkwasser oft teuer beim Konzern kaufen müssen.
Ein anderer bedenklicher Aspekt ist, dass das Mineralwasser zunehmend nur noch in Plastikflaschen angeboten wird. Umweltfreundlicher und fairer wäre es, wenn man zur Mehrwegflasche aus Glas eines regionalen Mineralbrunnens greift. Eine Alternative sind auch die umweltfreundlichen Getränkekartons, die hinterher recycelt werden. Die PET Plastikflaschen sollen angeblich umweltfreundlicher als die herkömmlichen Plastikflaschen sein, weil sie angeblich alle recycelt werden (es sollen z.B. Fleece Jacken etc. daraus hergestellt werden). In Wirklichkeit werden in Deutschland große Mengen PET verbrannt und nur etwas ein Drittel wird überhaupt stofflich verwertet.

Daher mein Tipp:

- Verzichten Sie auf den Kauf von Mineralwasser in Plastikflaschen und trinken Sie statt dessen Leitungswasser. Das deutsche Trinkwasser hat im Regelfall eine hohe Qualität und wird streng überwacht. Im Zweifel können Sie sich beim zuständigen regionalen Wasserwerk über die konkrete Qualität des Wassers erkundigen.

- Keine Einwegflaschen, sondern Mehrwegflaschen kaufen! Am besten ist, wenn man Glasflaschen kauft, leider werden die immer weniger hergestellt.


Wasserverbrauch mindern?

Lange Zeit bin ich sehr sparsam mit dem Leitungswasser umgegangen. Bis ich las, dass Deutschland eigentlich genug Wasser hat und man eigentlich nicht sparen braucht. Denn wenn zu wenig Wasser durch die Abwasserleitungen geht, wird das Abwasser nicht genügend abgeleitet und fängt an zu stinken, daher müssen dann die Wasserwerke große Mengen Wasser in die Rohre pumpen, dann hätte das Sparen wenig genützt. Man hat über kleinere Rohre nachgedacht. Aber zum einem hätte dies  bedeutet, dass zu Stoßzeiten die Rohre die vermehrten Wassermassen nicht mehr aufnehmen könnten und es dann zu Rückstaus kommen würde. Zum anderen wäre es ein enormer Aufwand an Kosten und Zeit gewesen, die gesamten Abwasserrohre neu von einer Stadt zu verlegen. Daher bleibt es bei den derzeitigen großen Rohren.


10. Haushaltsartikel/ Kosmetik

• Es gibt schon sehr viele preiswerte, umweltfreundliche Kosmetik und Körperpflegemittel (ohne Tierversuche und Zusatzstoffe) beim Drogerie-Discounter.  Achten Sie zur Sicherheit immer darauf, dass Kosmetikprodukte keine Inhaltsstoffe mit “poly” im Namen haben, weil diese auf Mikroplastik hinweisen.

• Man braucht nicht tausend verschiedene Putzmittel im Haushalt. In der Regel reichen ein Neutralreiniger und ein Spülmittel. Auch kann man Putzmittel und Kosmetik mit natürlichen Zutaten selbst herstellen, insofern man die Zeit dazu hat. Im Internet findet man inzwischen zahlreiche Anleitungen.

11. Kleidung/ Textilien!!!!!

Auf Grund der vielen Skandale in der Kleidungsindustrie habe ich mich dem Thema Kleidung und Textilien intensiver gewidmet. Die schreckliche Brandkatastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch im November 2012, in der 100 Mitarbeiterinnen ums Leben kamen, hat mich sehr schockiert und aufgerüttelt. Dieses tragische Unglück ist nur eines von vielen anderen ähnlichen tödlichen Unfällen, die sich in zahlreichen asiatischen Textilfabriken in den letzten Jahren ereignet haben. Die Arbeiterinnen in diesen Fabriken produzieren unsere Kleidung (welche sie sich i.d.R. selbst nicht leisten können) unter extremen menschenunwürdigen, gesundheitsschädlichen und umweltschädlichen Bedingungen (Hungerlöhne, Zwangs- und Kinderarbeit, unmenschliche Arbeitsbedingungen, fehlende soziale Absicherung, Einsatz von Chemikalien etc.). Mir ist schmerzlich bewusst geworden, dass ich durch mein Kaufverhalten – möglichst billige Kleidung zu kaufen - mit an dieser Misere beteiligt bin; und es wenig nutzt, jetzt nur über die Kleidungskonzerne zu schimpfen, auch wenn man diese natürlich nicht aus Ihrer Verantwortung lassen darf. Auch wenn - trotz aller Skandale - die großen Textilkonzerne und die damit verbundenen Ladenketten (wie z.B. Karstadt, C&A, H&M etc.) immer noch wenig tun, um die Bedingungen der Näherinnen in den Produktionsstätten zu verbessern, gibt es trotzdem gute Ansätze von kleineren Anbietern, die nachhaltige und sozial verträgliche Kleidung fördern. Man muss aber auch fairerweise sagen, dass auch die Mehrzahl der Kosumenten immer noch die billige Kleidung kaufen, obwohl sie inzwischen die negativen Auswirkungen gut aus den Medien kennen. Letztendlich kann aber der Kunde durch sein Verhalten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung leisten.

Was kann man als Einzelner tun, um umweltfreundliche und sozial verträgliche (fair) produzierte Kleidung zu fördern?

- Sich bei jedem Kauf vom Kleidung über deren Herkunft bzw. auf welche Art und Weise sie hergestellt ist informieren. Ein Kleidungsstück, was sehr billig ist, kann logischerweise nicht umweltfreundlich und sozial verträglich hergestellt sein. Dann sollte man sich bewusst entscheiden, sich ein umweltfreundliches und sozial verträgliches produziertes Kleidungsstück zu kaufen. Natürlich ist diese Kleidung teurer als konventionelle Kleidung, aber um so mehr Menschen die ökologische und faire Kleidung kaufen, um so billiger wird sie. Hinzu kommt noch, dass man diese Kleidung dann mit einem guten Gewissen tragen kann; und erfahrungsgemäß hält sie länger.
Mittlerweile gibt es schon eine relativ große Anzahl von Öko-Labeln, deren Anforderungen an ökologische oder soziale Herstellungskriterien für Textilien und Kleidung teils sehr unterschiedlich sind; und oft wird leider mehr versprochen, als in der Praxis tatsächlich gehalten wird. Das zurzeit hochwertigste und seriöseste Label heißt "IVN zertifiziert Naturtextil best.“ (entwickelt vom “Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.”). Ein ebenfalls seriöses Label ist “GOTS (Global Organic Textile Standard)” und das Label “Fair trade”. Es gibt inzwischen schon einige Internetshops, die Kleidung und Textilen mit diesen Labels anbieten. In den konventionellen Kaufhäusern findet man hin und wieder Kleidung mit dem Label “Öko-Tex”, welches bei Verbraucherorganisationen aber sehr umstritten ist. Der Haupt-Kritikpunkt wird vor allem in einer mangelnden Unabhängigkeit der Öko-Tex-Labels gesehen: die Hersteller der Produkte und die Prüf- und Zertifizierungsstellen sind rechtlich und wirtschaftlich nicht ausreichend voneinander getrennt. Greenpeace weist in seinem Textil-Ratgeber darauf hin, dass der Oeko-Tex-Standard 100 viele wichtige potentielle Schadstoffe abdecke, andere Qualitätssiegel aber deutlich strengere Vergabekriterien und -Prozesse hätten und somit empfehlenswerter seien.

- Billige Kleidung ist nicht nur umweltschädlich und sozial unverträglich, sondern i.d.R. auch schnell kaputt. Daher lohnt es sich hochwertige ökologische Kleidung zu kaufen und sie lange zu tragen und sie event. auch mal bei kleinen Schäden zum Schneider zu bringen. Auch kann man in Second Hand Läden gut erhaltene Kleidung für wenig Geld kaufen.

- Man kann in seiner Region mit anderen umweltbewussten Konsumenten eine Interessensgruppe bilden und sich vor Ort für umweltbewusste und faire Kleidung/ Textilien einsetzen. Indem man z.B. vor Ort die Läden, die Öko Textilien anbieten, unterstützt. Z.B. habe ich einmal bei Karstadt nach umweltbewusster und fairer Kleidung gefragt und warum sie so wenig anbieten. Da antwortete mir der Verkäufer, wenn mehr nachfragen würden, könnte er als Einkäufer auch mehr umweltfreundliche Kleidung einkaufen.

- Nach einem erneuten Skandal in der Bekleidungsindustrie (s. Bangladesh) z.B. Lesebriefe an die Konzerne schreiben und seine Meinung freundlich aber deutlich kund tun etc.

 HINWEIS: Einkaufsliste  für ökologische und nachhaltige Produkte

Abschließend eine Buchempfehlung:
“Wir konsumieren uns zu Tode, warum wir unseren Lebensstil ändern müssen, wenn wir überleben wollen”, von Armin Reller, Heike Holdinghausen (Aus dem Klappentext: “Die Autoren zeigen die fatalen ökologischen, politischen und sozialen Folgen unseres verschwenderischen Lebensstils. Und sie sagen: Wenn wir nicht bald anfangen, verantwortungsvoll mit den Ressourcen umzugehen, konsumieren wir unsere Welt zu Tode”)


HINWEIS: Über die Weitergabe weiterer Umwelt- und Energiesparende Tipps bin ich dankbar. Dann an ralf-manthey@online.de senden.

Den Text hat zusammengestellt:
Ralf Manthey
Tel. 04103 1888730
Email: ralf-manthey@online.de
Internet: www.pro-erde-mensch.de

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