Die Merkmale einer “Reifen Zivilgesellschaft”

© von Ralf Manthey

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 “Lösungen für Probleme werden nicht auf der selben
Bewusstseinsebene gefunden, auf der sie entstanden sind”

(Zitat von Albert Einstein)


In den vergangenen Jahrhunderten haben die Menschen immer wieder versucht, sich von Unterdrückung und sozialer Ungerechtigkeit  zu befreien und eine humanere, freiere und sozial (und wirtschaftlich) gerechtere Gesellschaft aufzubauen.  Bereits in der Antike im 5. Jahrhundert vor Christi gab es die ersten praktischen Ansätze einer freieren und gerechteren Gesellschaftsform in Griechenland: die “Demokratie” (Volksherrschaft).  Im später folgenden  Urchristentum gab es von den zunächst noch wenigen Anhängern des Christentums die Bestrebungen sozial gerechtere und ethisch fundierte (kleine) Gemeinschaften (bzw. Gemeinden) aufzubauen, basierend auf den 10 Geboten (s. Altes Testament) und den Kernaussagen der „Bergpredigt“  (s. Neue Testament). Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung (im Jahre 1776) basiert zum Wesentlichen neben naturrechtlichen Begründungen auch auf den „urchristlichen Idealen“. Zitat aus Wikepedia: „Dieser religiösen Grundüberzeugung entsprechend, begründete die Unabhängigkeitserklärung die allgemeinen Menschenrechte theologisch aus dem biblischen Schöpfungsglauben: „Alle Menschen sind von Natur aus gleich frei und unabhängig und haben bestimmte ihnen innewohnende Rechte“ (Zitatende). Die Französische Revolution (von 1789 - 99) mit ihren Idealen „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ übte den  folgenreichsten Einfluss auf die anschließenden sozialen Veränderungen der europäischen Gesellschaften aus.  Diese Befreiungsbewegung breitete sich allmählich in ganz Europa aus, neben den sozialen und politischen Veränderungen, wurden auch zunehmend die religiös-kirchlichen Strukturen- und Machtverhältnisse in Frage gestellt und durch Reformen verändert (s. Reformation). Diese Entwicklung mündete letztendlich in den Ende des 19. Jahrhunderts  aufkommenden sozialen und kommunistischen Ideologien und Bewegungen. Der Sozialismus und der Kommunismus basiert aber letztendlich auch auf den urchristlichen Idealen und Ideen, auch wenn Karl Marx Religion als „Opium des Volkes“ kritisierte und die Machthaber vieler kommunistischer Regime die Religionsausübung verboten haben. Die kommunistische Revolution in Russland und die spätere kommunistische Revolution in China im 20. Jahrhundert, die in beiden Ländern sich als Gesellschaftsform durchsetzten, ist der umfangreichste und radikalste Schritt gewesen, eine soziale und wirtschaftliche gerechte Gesellschaftsform im großen Maßstab konkret umzusetzen, abgesehen von den vielen großen und kleinen sozialen Reformen in anderen Ländern.
Die Schattenseiten der französischen Revolution und der kommunistischen Revolution sind jedem hinlänglich bekannt. Die Französische Revolution, die in erster Linie angetreten war, die Feudalherrschaft abzuschaffen,  mündete in blutigen Machtkämpfen und sinnloser Gewalt. Josef Stalin und Mao-Zedong und die dazu gehörige Führungsriegen haben letztendlich ein ähnliches noch viel schlimmeres Herrschaftssystem errichtet, welches sie eigentlich abschaffen wollten und sie haben mit äußerster Brutalität und Rücksichtslosigkeit ihr Volk unterdrückt, mit Millionen an Toten und unendlichem Leid. Sicherlich hatten die theoretischen Wegbereiter dieser Revolutionen gute Absichten, aber es war und ist der falsche Weg, wenn man bestimmte Ideale den Menschen – ohne gleichzeitigen inneren Reifungsprozess und ohne Freiwilligkeit – auf autoritäre Weise von außen überstülpt.  Besonders dann, wenn die Führer dieser Revolutionen selbst noch nicht diese Ideale verinnerlicht  haben bzw. sie nicht als Vorbild konkret vorleben. Dies erklärt, warum sich in diesen sog. “revolutionären Systemen” nach einer gewissen Zeit die gleichen Macht- und Unterdrückungsstrukturen und den damit verbunden Abhängigkeiten, wenn auch mit anderen Vorzeichen, wieder installiert  haben. Das gleiche gilt natürlich auch für die Staaten, die auf Basis von religiösem Fundamentalismus ihr Volk unterdrücken.  Diese eben beschriebenen Systeme und Vorgehensweisen haben letztendlich nur wieder abhängige, unselbständige, angepasste und obrigkeitshörige Menschen bzw. Bürger hervorgebracht, welche oft über die geistige Reife eines Kindes bzw. eines Jugendlichen nicht hinaus gekommen sind.  Diese abhängigen Bürger waren nicht in der Lage, selbständig  zu denken, stattdessen waren sie gewohnt, das zu tun, was  andere (das Regime, die Regierung, die Kirche, die Partei, die Eltern etc.) vorlebten, anordneten bzw. befahlen.
Letztendlich war dieses angepasste und passive Untertanen-Verhalten mit ein Grund dafür, dass  im  20. Jahrhundert  eine Nazi Diktatur überhaupt in Deutschland an die Macht kommen konnte, mit den bekannten Folgen: dem 2. Weltkrieg und den negativen Folgen für viele Völker.
 

Die Entstehung einer reiferen Zivilgesellschaft

Aus diesem Grunde sehnten sich nach dem 2. Weltkrieg immer mehr Menschen – besonders in den demokratisch geprägten Ländern (natürlich findet man auch in diesen Ländern unreife Menschen, die ihre Macht und Verantwortung an den Staat, die Parteien, den Chef etc. abgegeben) - nach einem unabhängigeren und selbstbestimmteren Leben, frei von politischen und religiösen Ideologien und Systemen. Gegen Ende der 60er Jahre (ausgelöst durch die “68er Generation”) hat sich besonders in diesen Ländern allmählich ein selbstbewusster, unabhängiger und reiferer Menschentypus herausgebildet, der seitdem aktiv entscheidend an gesellschaftlichen Veränderungen mitwirkte. Die Vertreter dieses Menschentypus  findet man inzwischen (im Jahre 2017) in allen Gesellschaftsschichten. Sie bilden die sogenannte „Reife Zivilgesellschaft“, deren Merkmale ich gleich noch näher beschreiben werde.
Der  amerikanische Soziologe „Paul H. Ray“  hat diesen Menschentypus  als die „Kultur-Kreativen“ bezeichnet. Zusammen mit seiner Frau, der Psychologin Ruth Anderson, hat er Anfang der 90er Jahre  13 Jahre lang (durch Befragung von Bürgern) die Merkmale dieses Typus näher untersucht und die Ergebnisse in seinem Buch „Wie 50 Millionen Menschen die Welt verändern“ veröffentlicht (das Buch gibt es im Internet leider nur in englischer Sprache). Die umfangreichen Untersuchungsergebnisse von Paul H. Ray an dieser Stelle detailliert darzustellen, würde aber den Rahmen sprengen, auch liegen diese Untersuchungen schon weit über zwanzig Jahre zurück und in dieser Zeit sind neue Entwicklungen und vertiefende Erkenntnisse hinzu gekommen. Man kann aber unter dem Stichwort „Kultur-Kreativen“ im Internet einige Informationen dazu finden (leider aber oft nur englische Texte).
Bevor ich näher auf die Merkmale einer „reifen Zivilgesellschaft“ eingehen werde, möchte ich den Begriff „Zivilgesellschaft“ kurz näher definieren. Im Internet-Duden findet man folgende Definition : „die Zivilgesellschaft ist eine Gesellschaftsform, die durch selbstständige, politisch und sozial engagierte Bürger(innen) geprägt ist“. Und in Wikipedia findet man die Aussage: „....allgemein wird unter dem Begriff „Zivilgesellschaft“ meist der Teil der Gesellschaft verstanden, der nicht durch den Staat und seine Organe (Behörden, Verwaltungen) gesteuert und organisiert wird“. Besonders die letzte Aussage stellt für mich das wesentliche Merkmal  einer „reifen Zivilgesellschaft“ dar. 

Die Mitglieder einer „Reifen Zivilgesellschaft“ zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

- sie legen großen Wert auf humanistische und ethische Werte und Ideale – aber ohne sich einer bestimmten Ideologie, Partei oder religiösen Glaubensrichtung bzw. Kirche zugehörig zu fühlen. Diese Werte und Überzeugungen bringen sie ohne viel Aufhebens auf stille und doch sehr konkrete und pragmatische Weise zum Ausdruck. Sie wollen aber nicht ihre  Werte anderen aufdrängen, daher ist ihnen politischer oder religiöser Fanatismus oder Extremismus befremdlich. Sie fühlen sich in erster Linie ihrem Gewissen, ihren inneren Werten und ihrer Authentizität verpflichtet als sich äußeren gesellschaftlichen und religiösen Normen unreflektiert unterzuordnen. D.h., sie lassen sich nicht von außen instrumentalisieren, denn sie sind gewohnt, selbstständig und unabhängig zu denken und zu handeln.
 
- sie wollen die geistige und irdische Dimension des Menschen in eine gesunde Balance bringen. Eine Religiösität, die sich durch Scheinheiligkeit, bloße Lippenbekenntnisse und übertriebener weltlicher Absonderung oder Elitedenken äußert, ist ihnen eher suspekt. Aber genauso stehen sie einer ausschließlichen materiellen Weltsicht skeptisch gegenüber. Vielmehr begreifen sie den Geist und die Materie als zwei gleichwertige Aspekte des menschlichen Lebens, die es gilt in eine gesunde und ausgewogene Balance zu bringen. Um beide Aspekte ausgewogen zu leben, ist es aber erforderlich, dass Phasen der inneren Besinnung und der äußeren Aktivität sich ablösen. Diese Lebensform ist aber oft schwer mit den Strukturen der immer noch industriell geprägten Arbeitswelt vereinbar, die auf permanente Gewinnmaximierung und Ausbeutung der menschlichen und natürlichen Ressourcen ausgerichtet ist

- sie geben sich nicht damit zufrieden, alle vier Jahre bei einer demokratischen Wahl ihre Stimme abzugeben, sondern sie wollen  aktiv das gesellschaftliche Leben mitgestalten. Da sie aber gern unabhängig bleiben, trifft man sie aber eher selten in Parteien und konventionellen Organisationen an. Sie sind aber weder weltfremde Außenseiter noch Einzelgänger, sondern sie arbeiten gern flexibel und vernetzt in Gruppen von Gleichgesinnten mit flachen Hierarchien. Sie gründen z.B. Interessensgruppen, Bürgerinitiativen, Stadtteilgruppen, Wohn- und Lebensgemeinschaften, freie Kindergärten und Schulen etc.

- sie zeichnen sich durch ganzheitliche Sicht- und Lebensweisen aus und  bringen neue und unkonventionelle Ideen und Visionen zur Lösung gesellschaftlicher Konflikte ein, engagieren sich sozial (z.B. durch Ehrenamt) und tragen damit zur Gestaltung einer humaneren Gesellschaft bei. Sie interessieren sich besonders auch für gemeinschaftliche Lebenskonzepte (z.B. das Zusammenleben von Behinderten und Nicht-Behinderten oder älteren und jüngeren Menschen), die über das typische  traditionelle Kleinfamilien-Modell hinaus gehen. Sie bevorzugen eine gemeinschaftliche Lebensform, in der die individuellen Bedürfnisse und die Bedürfnisse der Gemeinschaft in Balance gebracht werden, unter Ausschließung von Gruppenzwang, Machtmissbrauch  und Unterordnung.

- sie haben aus den negativen Aspekten vergangener Revolutionen gelernt,   daher liegt es ihnen fern,  ihre Vorstellungen von einer “gerechteren Gesellschaft” für die einzige richtige Lösung aller Probleme zu halten, noch zwingen sie diese ihren Mitmenschen auf. Vielmehr sind sie daran interessiert, gesellschaftliche Bedingungen zu schaffen, die es allen Menschen ermöglichen, ihre eigene Vorstellungen - so lange sie der Gemeinschaft (Umwelt und Mitmenschen) nicht schaden - zu verwirklichen. 

- sie wissen, dass wirklich tiefgreifende und nachhaltige Veränderungen lange Zeit brauchen und nicht über Nacht und ohne eigene Anstrengung entstehen. Außerdem ist ihnen bewusst, dass die heutigen gesellschaftlichen Missstände oft auch ein Spiegel eigener Missstände sind, und sie nur dauerhaft im außen etwas verändern können, wenn sie zunächst die Ursachen für die Missstände in sich selbst klären und lösen. Sie arbeiten daher daran, stetig ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln, indem sie an einem gesunden Maß an Selbstkontrolle, Selbstachtung und Selbstliebe (kein Narzissmus) arbeiten. Durch kritisches Hinterfragen und Selbstreflektion setzen sie sich mit ihren eigenen Schatten und Schwächen auseinander und nehmen sie als menschliche Begrenzung an. Sie sind daher auch tolerant gegenüber den Fehlern und Unzulänglichkeiten ihrer Mitmenschen eingestellt.

- sie sind i.d.R. gut informiert über die globalen politischen, ökologischen und wirtschaftlichen Missstände. Sie arbeiten gemeinsam mit anderen an der Lösung dieser Missstände. Anstatt aber ihre Kräfte im permanenten Kampf gegen das Negative aufzureiben (ohne sich für das Leid ihrer zu verschließen), konzentrieren sie sich lieber auf realistische, konstruktive und positive Lösungsansätze.

- sie lieben und wertschätzen ihre Heimat und ihre geographische Herkunft (aber ohne nationalistische Anwandlungen), gleichzeitig empfinden sie sich aber auch als ein Teil der globalen Menschheitsfamilie und haben daher ein starkes Interesse, sich übergeordnet an der Lösung globaler Probleme zu beteiligen.

- sie bevorzugen nachhaltig, umweltfreundlich und sozialverträglich produzierte Lebensmittel und Produkte. Auch praktizieren sie auf Grund der immer weniger werdenden Ressourcen einen gemäßigten Konsum, nach dem Motto „Weniger ist mehr“. Sie wollen aber nicht nur passive Konsumenten sein, sondern in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld (Nachbarschaft, Gemeinde, Stadtteil etc.) eine nachhaltige und umweltfreundliche Lebenskultur aktiv mit gestalten. Z.B. legen sie eigene ökologische Gärten zur Selbstversorgung an (Gemeinschaftsgärten), unterstützen durch  Einkaufsgemeinschaften ökologische Bauern vor Ort, gründen Tauschbörsen, Repair-Cafes, Nachbarschaftshilfen und Bürgerinitiativen u.v.m.

- sie versuchen eine Brücke zwischen Tradition und Moderne und der älteren und jüngeren Generation zu bauen. Sie betonen dabei mehr das Gemeinsame als das Unterschiedliche und bringen damit angeblich Unvereinbares zu einer Synthese

- sie sind dabei, die tradierten und einengenden Rollenmuster von Mann und Frau weiter zu verändern und setzen sich für die Gleichberechtigung und die Kooperation der Geschlechter ein. Eine Folge davon ist, dass die Frauen immer mehr verantwortliche und machtvolle Positionen in der Gesellschaft übernehmen. Sie sprechen aber nicht mehr von einem „Geschlechterkampf” (wie es in den Anfangszeiten des Feminismus der Fall war), denn sie wissen, dass trotz aller Unterschiede – die ja eher gering sind - der Mann und die Frau im Wesenskern gleich sind und für die Lösung der partnerschaftlichen und familiären Probleme zusammenarbeiten müssen.
Immer mehr Männer der neuen Generation verweigern die klassischen männlichen Karrierewege  und suchen sich berufliche Betätigungsfelder und Lebensentwürfe, die ihren wirklichen Talenten und Interessen entsprechen und ihnen ermöglichen, wieder mehr Zeit ihrer Familie und ihrem Privatleben zu widmen. Dabei übernehmen sie auch zunehmend Berufs- und Aufgabenfelder, die sonst eher den Frauen zugeordnet waren.

 
Um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen, möchte ich betonen, dass es sich bei den Vertretern einer „Reifen Zivilgesellschaft“ nicht um eine neue Elite handelt. Die beschriebenen Merkmale und Qualitäten sind grundsätzlich im jeden Menschen angelegt, sie kommen aber je nach geistiger Reife und Alter mehr oder weniger zum Ausdruck. Die Zahl der Mitglieder einer „Reifen Zivilgesellschaft“ und damit ihr gesellschaftlicher Einfluss werden in den nächsten Jahren weltweit sicherlich noch ansteigen. Natürlich können sich diese Merkmale in demokratischen Ländern besser und ungehinderter entfalten als in autoritär geprägten Ländern. Aber zunehmend wirkt sich ihr Einfluss seit dem 21. Jahrhundert auch in den bisher noch autoritär regierten Ländern aus, siehe „Arabischer Frühling“ (leider muss diese neue Freiheit in diesen Ländern oft noch teuer mit dem eigenen Leben erkauft werden). In diesen Ländern wächst eine neue Generation heran, die auf Grund der besseren Informationen (s. Internet) viel aufgeklärter ist und sich immer schwerer unterdrücken und manipulieren lässt.
Ich möchte aber an dieser Stelle betonen, dass in den meisten westlichen und industriell geprägten Demokratien zwar oberflächlich gesehen eine relative  Freiheit,  Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit herrscht, aber bei näherer Betrachtung die sogenannte Mitbestimmung des Volkes durch den zunehmenden Einfluss der Lobbyisten von großen Wirtschaftskonzernen und der Finanzwelt immer mehr eingeschränkt wird. So sind z.B. Lobbyisten an den inhaltlichen Formulierungen von Gesetzen beteiligt. Durch angeblich erleichternde Freihandelsabkommen, die aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit verfasst werden, werden immer mehr soziale, ökologische Standards und demokratische und juristische Rechte unterlaufen. Es sieht immer mehr so aus, dass von den Regierungen und den Parteien dieser Staaten, keine gravierenden Veränderungen mehr zu erwarten sind,  zu tief sind die negativen Verstrickungen mit der globalen Wirtschaft und der mächtigen globalen Finanzwelt, zu tief sind die regierenden Politiker und Entscheidungsträger in alten überholten Parametern verhaftet.
Die
wirklich dringend notwendigen Veränderungen werden somit wohl kaum von „oben“ kommen, sondern vielmehr von „unten“, von der gesellschaftlichen Basis aus eingeleitet, zu der die derzeitigen Regierungsvertreter zunehmend den Kontakt verlieren. In dieser Hinsicht wird die wachsende “Reife Zivilgesellschaft” zunehmend eine immer wichtigere und entscheidende Rolle spielen.
 

Was kann man tun, um eine “Reife Zivilgesellschaft” konkret zu fördern?

- indem man sein eigenes Leben nachhaltiger, umweltfreundlicher, sozialer und ethischer ausrichtet

- sein Leben nach ethischen Maßstäben ausrichten, indem man z.B.  mit sich selbst und seinen Mitmenschen toleranter, respektvoller, ehrlicher, friedlicher, freundlicher und liebevoller umgeht. Nach dem Motto: “Ich behandle mich und andere so, wie ich selbst auch behandelt werden will!” und “Niemanden (bewusst) zu schädigen!” Man sollte sein eigenes Verhalten und Denken regelmäßig überprüfen und sich für neue Denk- und Verhaltensweisen öffnen

- in dem Text  Nachhaltige und umweltfreundliche Tipps für den Alltag findet man viele praktische Tipps. Darüberhinaus kann man sich z.B. auch in eine Natur- oder Tierschutzorganisation ehrenamtlich einbringen. 

- in sozialer Hinsicht liegt es nahe, sich in seinem unmittelbaren sozialen Umfeld  zu engagieren, indem man mit seiner Familie, seinen Nachbarn und Freunden beginnt. Man kann sich auch in einem sozialen Projekt ehrenamtlich einbringen, wie z.B. den Lebensmitteln Tafeln. Oder man engagiert sich in der Flüchtlingshilfe etc.
Inzwischen gibt es schon viele soziale Lebensgemeinschaften und Wohnprojekte. Z.B. genossenschaftliche organisierte Wohnprojekte, wo viele Generationen unter einem Dach leben und sich gegenseitig unterstützen.

- in politischer Hinsicht kann man sich z.B. in einer Bürgerinitiative oder Stadtteilgruppe einbringen

- unter der Rubrik “Projekte” findet man zahlreiche interessante Projekte zu unterschiedlichen Themenbereichen
 

“Meiner Meinung nach müssen alle Menschen ein stärkeres
Bewusstsein für die Notwendigkeit einer weltumspannenden
Verantwortung entwickeln, wenn wir die Herausforderungen
des neuen Jahrhunderts meistern wollen. Jeder von uns muss lernen, nicht nur für sich, seine Familie oder seinen Staat,
sondern das Wohl der gesamten Menschheit zu arbeiten und zu sorgen. Es ist heutzutage überholt, in Begriffen von “Mein Volk”
oder “Mein Land” zu denken. Verantwortung für die ganze Welt ist der Schlüssel für das Überleben der Menschen auf diesem Planeten. Große, weitreichende Entwicklungen beginnen meist mit einzelnen kleinen Initiativen, so dass es also die Arbeit eines jeden Einzelnen ist, die letztendlich den Ausschlag gibt.”

(Dalai Lama; Zitat aus dem Buch „Dalai Lama,
Tag für Tag zur Mitte finden“, Seite 189,
Verlag Herder Spektrum)
 

Autor:  Ralf Manthey, Tel. 04103 – 1888730, Email: ralf-manthey@online.de, www.pro-erde-mensch.de 

 

 

 

 

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